53. Ratzeburger Ruderregatta, 09./10.06.2012 in Ratzeburg

Roman Acht und Johannes Lange lösen WM-Ticket

LCW-Ruderer starten im Leichtgewichts-Doppelvierer für Deutschland

Mit Rang drei bei der internationalen Ratzeburger Regatta machte die Mannschaft um Roman Acht und Johannes Lange die WM-Qualifikation perfekt. Als schnellstes deutsches Boot erfüllten die Leichtgewichte souverän auch das letzte Kriterium für die Nominierung zur U23-Weltmeisterschaft.

Bereits am Samstag war der von Roman Acht als Schlagmann angeführte Doppelvierer mit Johannes Lange, Claas Mertens (Konstanz) und Michael Etzkorn (Mainz) im hohen Norden gegen internationale Gegner am Start. Nach einem starken Vorlauf folgte wenige Stunden später der große Dämpfer: Nahezu zeitgleich mit dem Quartett um die Limburger kam im Finale ein zweites U23-Boot ins Ziel. Zwar hatte der Lauf am Samstag noch keine direkten Auswirkungen auf die Qualifikation, die sicher geglaubte Favoritenstellung war jedoch dahin.

“Wir sind das Rennen nicht aggressiv genug angegangen,” sagte rückblickend Roman Acht, “gerade ich als Schlagmann war anschließend sehr verunsichert.” Doch nach Gesprächen mit den Trainern Ralf Kockel (Konstanz) und Dietmar Langusch, der aufgrund beruflicher Verpflichtungen erst am Sonntag nach Ratzeburg anreisen konnte, wich die Verunsicherung neuer Zuversicht. “Wir wissen, was wir draufhaben,” war sich auch Johannes Lange, mit 18 Jahren der jüngste an Bord, sicher.

Der erfolgreiche Leichtgewichts-Doppelvierer (von vorne nach hinten): Roman Acht, Claas Mertens (Konstanz), Johannes Lange, Michael Etzkorn (Mainz) (Foto: Ralf Kockel)
Der erfolgreiche Leichtgewichts-Doppelvierer (von vorne nach hinten): Roman Acht, Claas Mertens (Konstanz), Johannes Lange, Michael Etzkorn (Mainz) (Foto: Ralf Kockel)

Das entscheidende Rennen am Sonntag ging das Quartett dann hochmotiviert und selbstbewusst an. Vom Start weg lagen sie mit einem Boot aus Dänemark und dem zweiten deutschen U23-Boot an der Spitze des Felds. Ab der 500-Meter-Marke konnten sie sich gemeinsam mit den Dänen deutlich absetzen und die Führung im Kampf um die WM-Nominierung übernehmen. Zur Streckenhälfte zog zwar noch das schweizer U23-Boot vorbei, der sichere Vorsprung auf die Mitbewerber war aber nie in Gefahr. Als schnellstes deutsches Boot erfüllte der Doppelvierer um die Domstädter das abschließende Qualifikationskriterium für die U23-WM – noch auf dem Regattaplatz gab Bundestrainer Hartmut Buschbacher grünes Licht für die Nominierung.

“Wir konnten alles umsetzen, was wir uns vorgenommen haben,” so die Bilanz von Johannes Lange, “Die Schweizer auf der Außenbahn haben uns aber ziemlich überrascht, wir waren so auf die anderen deutschen Boote konzentriert, dass wir sie erst spät bemerkt haben.” “Die Hauptsache ist, dass sich die Mannschaft hier national souverän durchsetzten konnte” lobte Dietmar Langusch nach dem Rennen, “die Boote aus Dänemark und der Schweiz, die sicherlich in dieser Besetzung auch bei der WM starten werden, sind auf jeden Fall in Reichweite.”

Für Acht, Lange und Langusch beginnt nun die fast fünfwöchige Vorbereitung auf die U23-Weltmeisterschaft, die Mitte Juli im litauischen Trakai stattfindet. Einen Teil der Zeit werden sie in Limburg trainieren, zwischenzeitlich aber auch immer wieder ihr Zelt im Süden Deutschlands aufschlagen. Zwischendurch wird sich der Vierer zudem bei den Deutschen U23-Meisterschaften in Essen präsentieren. Zwei Wochen vor Beginn der WM werden alle deutschen Mannschaften dann in Ratzeburg zusammengezogen, insbesondere werden hier die abschließenden Relationsrennen ausgetragen.

Von Kilian Kluge