Europäische Rheinregatta, 03.05.2014 auf dem Rhein

Sieg bei Marathon-Rudern auf dem Rhein

Vergangenen Samstag starteten Stefan Heyde und Klaus Schuy vom Limburger Club für Wassersport bei der europäischen Rheinregatta (Eurega). Das Rennen ging über 43 Kilometer von Neuwied nach Bonn. Alle teilnehmenden Boote waren breite Gig-Doppelvierer mit Steuermann, die für die Tücken des Stroms am Besten geeignet sind. Dankbar ist jede Mannschaft, die einen erfahrenen Rheinsteuermann verpflichten kann, der die Strömung kennt und sich inmitten der Berufsschifffahrt zu bewegen versteht. Unser Steuermann, Helmut Sassenbach vom Ruder-und Tennisclub Germania Köln, kannte den Rhein wie seine Westentasche. Er hatte früher schon Nationalmannschaften gesteuert. Zwei weitere rheinerfahrene Ruderer vom RTK Germania Köln, Dieter Norrenberg und Thomas Christ, vervollständigten die Crew. Wie vor jedem Marathonrennen wurde geeignete Kleidung ausgesucht, Mineralwasser mit Magnesium und Elektrolyten individuell gemischt, eine stärkere Pumpe eingebaut als im letzten Jahr (Fast wäre man 2013 abgesoffen) und die Hebelverhältnisse der Ruder an Wind und Strömung angepasst. Die Sonne meinte es gut, doch der Wind blies immer kräftiger rheinaufwärts. Daher wurden die Hebel kurz vor dem Start noch einmal weicher gestellt.

Der siegreiche Vierer (von links): Dieter Norrenberg, Thomas Christ, Stefan Heyde, Klaus Schuy und Stm. Helmut Sassenbach
Der siegreiche Vierer (von links): Dieter Norrenberg, Thomas Christ, Stefan Heyde, Klaus Schuy und Stm. Helmut Sassenbach

In der Altersklasse E (55Jahre) hatte die Köln-Limburger Renngemeinschaft sechs Kontrahenten. Insgesamt gingen 40 Boote im Minutenabstand auf die Strecke. Nach einer kurzen Phase des sich Findens lief das Boot gut durch. Alle tausend Meter fuhr man einen Konzentrationsspurt von 20 Ruderschlägen. Ständig wurden vorher gestartete Boote überholt. Obwohl der Gegenwind heftig blies, blieben die Wellen erträglich. Sieben Kilometer vor dem Ziel wurde der traditionelle Endspurt begonnen. Die schrittweise Steigerung der Schlagzahl und des Krafteinsatzes machten noch einmal das Gefühl des Schwebens über das Wasser. Mit hoher Schlagfrequenz ruderten die Vier von der letzten Rheinbrücke bis ins Ziel. Eine schnellere Zeit hatte nur ein Männer-Vierer der höchsten Leistungsklasse. Die Vier hatten den Sieg in ihrer Klasse und als 55-jährige die zweitschnellste Zeit (2Std. 32Min) über die Marathonstrecke errudert. Im Magen war nun Platz für Kuchen, Bratwürste, Chili con carne und ein kühles Bier.

Von Klaus Schuy