Saisonauftaktbericht: Mark Hinrichs – Teil 1

Mark Hinrichs – Rudern in Portugal

Mark Hinrichs, der Vorzeigeathlet des Limburger Clubs für Wassersport, entfloh dem wechselhaften deutschen Winter und trainierte zusammen mit seiner Trainingsgruppe am Lago Azul in Portugal. Die Gruppe, aus der auch der legendäre „Deutschlandachter“ gestellt wird, reiste für das erste von zwei Trainingslagern an diesen optimalen Trainingsort.

Nachdem das Team am 31.01.2022 für 17 Tage harte Arbeit in den milden portugiesischen Winter startete, ist das Trainingslager nun schon wieder überstanden. Hinter Mark Hinrichs liegen anspruchsvolle zweieinhalb Wochen, in denen er sich beweisen musste und ihm viel abverlangt wurde. Im Herbst 2021 wurde Hinrichs in den A-Kader des Deutschen Ruderverbandes berufen, hier trainiert er zusammen mit den aktuellen Teilnehmern der Olympischen Spiele in Tokio. Für einen Sportler wie ihn, der eigentlich noch zwei weitere Jahre im jüngeren Bereich der unter 23 Jährigen aktiv sein kann, ein großer Schritt, der auf großes Vertrauen auf seine Fähigkeiten von Seiten der verantwortlichen Bundestrainer schließen lässt.

Leider war der Beginn von Schwierigkeiten begleitet, da Hinrichs sich im November verletzte und erst Ende Dezember wieder voll im Training stand. Grundsätzlich klingt das jetzt nach keinem besonders langen Zeitraum, jedoch sind gerade die Wintermonate aufgrund des Grundlagen- und Ausdauertrainings für einen Ruderer extrem wichtig. Hier können die Weichen für die nächste Saison und deren Verlauf gelegt werden. Doch seit Beginn diesen Jahres 2022 ist Hinrichs motivierter denn je, denn gerade er kann mit Rückschlägen besonders gut umgehen und daraus stärker hervorgehen. Dies stellte er bereits im Jahr 2019 unter Beweis, als er Junioren (U19) Europa- und Weltmeister wurde und lediglich 9 Monate davor noch mit einem gerissenem Kreuzband zu kämpfen hatte.

Im aktuellen Trainingslager liegt der Fokus auf dem Rudern und vor allem auf dem gemeinsamen Rudern des Teams. Es soll eine gemeinsame Dynamik entwickelt werden, die im Großboot wie dem Achter (acht Ruderer und ein Steuermann), aber auch im Vierer und Zweier gefördert werden soll. Das „Team Deutschlandachter“ hatte im vergangenen Jahr mehrere Abschiede zu verzeichnen, was das gesamte Team verjüngte (siehe Hinrichs). Nun muss sich dieses neue junge Team zusammenfinden und wie beschrieben eine gemeinsame Gruppendynamik erarbeiten, was nur im Ruderboot geht. Zusätzlich zum ersten Trainingslager in Portugal, reist das Team daher nach einer zweiwöchigen Pause in Deutschland erneut an den Lago Azul, um diese wichtige gemeinsame Bewegungsdynamik zu vertiefen und sich optimal auf die kommende Saison und deren Herausforderungen vorzubereiten.

Als eine richtige “Pause” entpuppt sich der Aufenthalt in Deutschland zwischen den beiden Trainingslagern allerdings nicht. Für Hinrichs und seine Kollegen stehen nach ein paar Tagen der Erholung mehrere Tests an. Diese Körper- und Krafttests stehen an, um die individuelle Leistungsfähigkeit abzufragen. Natürlich ist das für erfahrene Ruderer keine Neuigkeit, da diese jeden Winter mehrmals abgeprüft werden und quasi einen Teil des normalen Geschäfts darstellen. Trotz allem steigt die Nervosität und die Aufregung, wenn es auf den Ergometertest zugeht.

Der Ergometertest fragt die Leistungsfähigkeit des Sportlers über die olympische Distanz von 2000 Metern ab und ist auch eine große mentale Herausforderung, bei der sich nur bis zu einem gewissen Maß Routine einstellen kann. Denn grundsätzlich ist die Vorgabe sich stetig etwas zu verbessern, was leider nicht immer möglich ist und deshalb verständlicher Weise Stress verursacht.

Neben dem Ergometertest stehen für Mark Hinrichs auch angenehmere Tests auf dem Ergometer auf dem Programm, wie zum Beispiel der Stufentest, bei dem verschiedene aufeinanderfolgende Stufen die Grundlagenausdauer abbilden und beurteilen.

Nach dem Absolvieren der Tests geht es nach ein paar ruhigeren Tagen am 03. März erneut für zweieinhalb Wochen nach Portugal. Hier wird sich Mark Hinrichs weiter auf die kommende Saison vorbereiten und sich für die schwierige Selektion zur Weltmeisterschaft wappnen.

Zum Ende des zweiten Trainingslagers melden wir uns erneut mit einem Ausblick auf die kommende Saison 2022.

Von Tom Hinrichs