Deutsche Jahrgangsmeisterschaften

Starker Nachwuchs – starke Medaillenbilanz: Limburg glänzt bei den DJM

Mit mehr als 1200 Sportlerinnen und Sportler aus 171 Vereinen waren die Deutschen Jahrgangsmeisterschaften auf dem Elfrather See in Krefeld erneut das größte Nachwuchsevent des Deutschen Rudersports. Ursprünglich war diese Mammut-veranstaltung auf dem Baldeneysee in Essen vorgesehen. Eine außergewöhnlich starke Ausbreitung von Wasserpflanzen machte jedoch eine kurzfristige Verlegung von Essen nach Krefeld erforderlich. Ein organisatorischer Drahtseilakt, der von allen Beteiligen mit Bravour gelöst wurde.

Damit jedoch nicht genug der Herausforderungen: die extremen Temperaturen machten Anpassungen der Startzeiten im Rennplan erforderlich. Diese Straffung führte letztendlich auch zu einer Änderung des Qualifikationsmodus: es wurden keine Hoffnungsläufe ausgetragen. Den Vorrennen kam somit ein außerordentlich hoher Stellenwert für die weiteren Entscheidungen zu.
Viele herausfordernde Aufgaben für die Verantwortlichen, die als Schutzmaßnahmen zum Wohl der Athleten begrüßt wurden!

Am Renngeschehen beteiligt waren auch 11 Sportlerinnen und Sportler des Limburger Club für Wassersport in den verschiedenen Altersklassen der Jahrgangsmeisterschaften.

Altersklasse U 23

Finn Bontjer machte den Auftakt mit seinem Start im Männer-Zweier o. Stm. Gemeinsam mit Emil Beck (Saarbrücker RG Undine) gelang ein sehr ermutigender Einstand mit einem ungefährdeten Sieg im Vorlauf. Die direkte Qualifikation für das Finale weckte Hoffnungen auf eine Medaille. Nicht zu Unrecht: Hinter Flöter/Hanack vom RV Hellas Offenbach und der Rgm. Münster/Hamburg holten Bontjer/Beck eine hochverdiente und unerwartete Bronzemedaille vor den Mannschaften der Rgm. Schwerin/ Königs-Wusterhausen, Rgm. Potsdam/Magdeburg und Wiking Karlsruhe.
Für die Limburger Ruderinnen und Ruderer ein echter Motivationskick!

Louisa Will hatte bereits bei der Regatta in Ratzeburg vor 14 Tagen gezeigt, dass ihre Formkurve nach oben weist. Etliche Erkrankungen hatten dafür gesorgt, dass die letztjährige Viertplatzierte bei den Junioren-WM im Doppelvierer in der laufenden Saison nicht so recht in Schwung kam. Nun sollte sich das Blatt wenden. Über zweite Plätze im Vorlauf und im Semifinale gelang der sichere Einzug ins A-Finale. Dort erreichte Will Rang sechs.
Besser noch lief es im Frauen-Doppelvierer o. St. Gemeinsam mit Sandrine Bartos (Magdeburg), Anna Keller (Halle) und Anna Yuri Koseki (RV Wandsbek) wurde im Finale ein nicht gefährdeter dritter Platz errudert. Die Bronzemedaille zauberte der jungen Limburgerin nicht nur ein zufriedenes Lächeln ins Gesicht, sondern stellt den versöhnlichen Abschluss einer „holprigen“ Saison dar.

Als Erfolgsgarantin erwies sich auch in diesem Jahr Charlotte Bergmann. Bereits als Juniorin gewann sie in der Leichtgewichtsklasse zahlreiche Medaillen und Titel und hieran wollte sie in ihrem ersten Senior-Jahr nahtlos anknüpfen. Drei Starts – drei Medaillen, besser kann es kaum laufen!
Medaille Nummer 1 war die Silbermedaille im Leichtgewichts (Lgw.)-Doppelzweier der Frauen, knapp hinter den Siegerinnen Jette Lisdat/Nathalie Sendjuk (Rgm. Hannover/ Berlin-Wannsee). Emilia Meier/Karolin Mersmann (Rgm. Ulm/Essen) konnten dem hohen Tempo dieser beiden Mannschaften nicht folgen.
Dass es auch im Einer schnell voran geht, bewies Charlotte Bergmann im Lgw.-Frauen-Einer. Durch ihren Sieg im Vorrennen war die Quali für das A-Finale gefahrlos geschafft. Hier zeigte Nathalie Sendjuk (Berliner RK Wannsee) erneut ihr Potenzial und siegte vor Melina Reinke (Neuss) und Charlotte Bergmann. Karolin Mersmann (TVK Essen), Svenja Boldt (RG Rotation Berlin) und Maximiliane Blaser (RV Neptun Konstanz) folgten auf den Plätzen vier bis sechs. Medaille Nummer 2: Bronze im Einer.
Und es ging noch besser: die vier Erstplatzierten des Einer-Rennens stiegen abschließend gemeinsam in den Lgw.-Frauen-Doppelvierer. Das Finalrennen entwickelte sich zu einer regelrechten Machtdemonstration: 26 Sekunden vor der zweitplatzierten Crew betrug der Vorsprung im Ziel. Die verdiente Goldmedaille und für Charlotte Bergmann ein kompletter Medaillensatz in ihrem ersten Senior-Jahr. Eine außergewöhnliche Leistungsbilanz, die für die Zukunft hoffen lässt.

Altersklasse U 19

Einzige A-Juniorin – zwei Medaillen und eine Nominierung für die Nationalmannschaftsbildung zur Junioren-WM bzw. zum Coup de la Jeunesse: Jette Weilnau krönte ihr letztes Junioren-Jahr mit grandiosen Leistungen.

Der Einstieg am Finaltag gelang mit der Bronzemedaille im Juniorinnen-Doppelzweier gemeinsam mit Helene Sophie Siemssen (Der Hamburger und Germania RC) bereits auf beachtlichem Niveau. Hinter der Rgm. Mülheim/Frankfurt und Lübeck/Alster-RV Hanseat ruderten die beiden jungen Damen von der Lahn und von der Außenalster gefahrlos aufs Treppchen vor den Booten der Rgm. Leipzig/Mecklenburg-Vorpommern und Mainz/Frankfurt.
Durch einen Sieg im Vorrennen wurde für den Juniorinnen-Doppelvierer mit Jette Weilnau (Schlag) in der Rgm. Limburg/Leipzig/Bernkastel/Mecklenburg-Vorpommern das A-Finale perfekt gemacht.
Gut lief es auch in diesem abschließenden Rennen. Hinter der siegreichen Rgm. Alster-RV Hanseat/Mülheim/Lübeck/Frankfurt wurde es die Silbermedaille vor vier weiteren Renngemeinschaften aus dem gesamten Bundesgebiet.
Die Platzierung im B-Finale der Rangliste 14 Tage zuvor in Hamburg sowie die beiden Medaillenleistungen bei den DJM ließen auch die Bundestrainer aufhorchen. Die Einladung zur Mannschaftsbildung in Berlin-Grünau krönte das Wochenende für die junge Limburgerin. Ob es ein Start bei der Junioren-WM Anfang August in Plovdiv (Bulgarien) oder beim Coup de la Jeunesse Ende Juli in Luzern (Schweiz) wird, werden die entsprechenden Leistungstests ab Mittwoch im Leistungszentrum Grünau unter der Leitung von Junioren-Bundestrainer Paul Zander zeigen.

Altersklasse U 17

Tobias Schicker hatte es über seine Saisonleistungen in die Auswahlmannschaft des Hessischen Ruderverbandes geschafft. Im Achter ging er in der Rgm. RV Kurhessen Cassel/Frankfurter RG Germania/Limburger CfW an den Start.
Rang zwei und damit der erhoffte Startplatz im A-Finale gelang im Vorrennen. Dann jedoch wurde es ein wenig ungemütlich für die Hessen. Kurz vor dem Finalrennen musste ein Ruderer ausgewechselt werden, was natürlich für Unruhe sorgte.
Unbeeindruckt davon ging der Hessen-Achter das Finalrennen an und lag lange Zeit auf dem Silberrang, bevor im Endspurt das Berliner Boot und der Achter aus Baden-Württemberg mehr zulegen konnten und die Rgm. Kassel/Frankfurt/Limburg auf Rang vier verwiesen.
Trotzdem ein zufriedenstellendes Ergebnis, insbesondere wenn man die widrigen Umstände mit ins Kalkül einbezieht. Ein Fingerzeig in die richtige Richtung für Tobias Schicker.

Valentin Meiss/Julius Bergmann/Philipp Theuke/Lenn Ehlers und Stf. Henriette Weilnau gaben ihr Debut im Junior-Vierer m. Stf. Ein knapper vierter Rang im Vorlauf reichte leider nicht für die Finalqualifikation. Mit großen Hoffnungen und guten Erfolgsaussichten blickte man auf das B-Finale. Hier hätte man gerne gezeigt, dass die Lern- und Leistungskurve deutlich nach oben zeigt. Die Wetterbedingungen jedoch sorgten dafür, dass hieraus nichts wurde: sämtliche B-Finals wurden aufgrund der Hitzebelastung am Sonntag ersatzlos gestrichen. Alle werden jedoch die Chance haben, als Jahrgangsjüngere im kommenden Jahr zu beweisen, dass sie dir richtigen Konsequenzen ziehen können.

Die „Limburger-Frauen-Power“ wurde durch Charlotte Häuser bei den B-Juniorinnen komplettiert. Nach Rang zwei im Vorlauf des Juniorinnen-Einers und einem unerwarteten Sieg im Semifinale war ein Start im A-Finale perfekt. In ihrem ersten Junior-Jahr gleich ein Startplatz unter den besten sechs; alleine das besitzt Seltenheitswert. Damit nicht genug. Von Beginn an legte sich Charlotte Häuser auf Platz zwei, hinter Smilla Zweck aus Neuruppin und gab ihn bis ins Ziel nicht mehr ab. Charlotta Hornung (Ribnitz), Marlene Dilk (Mainz), Amelie Viktoria Riedenklau (Bad Kreuznach) und Aurelia Hammer (Marbach) hatten das Nachsehen. Die Silbermedaille war der Lohn für eine bärenstarke Leistung.
Obendrauf gelang noch eine Bronzemedaille für Charlotte Häuser gemeinsam mit Hanna Reelfs, Elin Hamm, Helena Hünnicke und Stm. Maximilian Röthig (Rgm. Hassia Hanau/Weilburger RV/Limburger CfW). Das Hessen-Quartett ging das Rennen couragiert an und musste lediglich den Rgm. Halle/Magdeburg und dem Essener RRV den Vortritt lassen. Hauchdünn gefolgt von Hamburg wurde es Rang drei, dahinter Schleswig-Holstein und die Rgm. Essen/Krefeld/Mülheim.

Neun Medaillen (1 x Gold, 3 x Silber, 5 x Bronze): ein herausragendes Ergebnis für die Nachwuchsruderer aus Limburg. Kein Wunder also, dass Trainer Florian Bendel ein rundum positives Fazit zog. Neun Medaillen und weitere Finalplatzierungen spiegeln die ausgezeichnete Nachwuchsarbeit des Limburger Club für Wassersport eindrucksvoll wider.

Von Dietmar Langusch